Im Jahr 2020 hat die Server-Eye-Entwicklung mit der Planung des Umzugs der Hardware und der Server-Systeme in zwei neue Rechenzentren begonnen. Du willst wissen, warum wir das machen und wie der gesamte Umzug vor sich geht?

Wir erklären es Dir:

 

Warum der Umzug?

Von uns als Cloud-Dienstleister erwarten unsere Partner eine sehr hohe Verfügbarkeit. Diese wollen wir auch dann gewährleisten, wenn unser Rechenzentrum ausfällt oder keine Daten mehr liefern kann (beispielsweise bei Störung der Internetverbindung). In diesem Falle würde das zweite Rechenzentrum automatisch übernehmen – die Daten sind stets zwischen den beiden Rechenzentren gespiegelt gespeichert. Dies ist auch darum sehr wichtig, da diese Arten von Rechenzentrums-Ausfällen oftmals länger andauern können.

 

Wie läuft der Umzug ab?

Zunächst einmal mit ganz viel Planung: wir prüfen, welche Systeme es gibt, welche Aufgaben diese Systeme haben, ob vielleicht welche abgeschaltet werden können (vielleicht können mehrere Aufgaben von eigenen Systemen auf einem System zusammengelegt werden oder sind eventuell gar nicht mehr nötig) etc. Dabei prüfen wir auch das Alter der physischen Geräte – diese können dann gegebenenfalls gleich ersetzt werden. Eventuell können in diesem Zuge auch Systeme in Docker oder der ESX auf ein neues Gerät umgezogen werden.

In diesem Zuge prüfen wir auch, ob überall in Konfigurationsdateien URLs bzw. Namen für genutzte Systeme stehen – diese sind nämlich leichter umzuziehen als IP-Adressen. Da generell URLs bevorzugt werden, handelt es sich hier immer um Einzelfälle.

Wenn dann alle Systeme geprüft sind, können die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen gehen. Das bedeutet, manche Geräte ziehen um, andere werden ersetzt. Und mit Umziehen meinen wir, die Geräte aus den Clustern entfernen, abschalten, ausstöpseln, ausbauen und im neuen Rechenzentrum wieder das gleiche entgegengesetzt. Wenn nur Software umgezogen wird, so werden zuerst neue Instanzen am neuen Standort gestartet und in die Gesamtarchitektur aufgenommen. Nach Kontrolle der neuen Instanzen können die alten gestoppt werden. Danach erfolgen Tests und die neuen Systeme werden in Betrieb genommen.

Einen ganz wichtigen Punkt haben wir noch nicht angemerkt: unsere Systeme sind derzeit mindestens doppelt, oft sogar dreifach redundant. Das bedeutet, wenn wir ein Gerät oder System in das neue Rechenzentrum umziehen, haben wir mindestens ein weiteres, das den Betrieb aufrechterhält. Der physische Umzug dauert nur ein paar Stunden, da sich unsere Rechenzentren in Deutschland, sogar im Saarland befinden und damit immer im Zugriff sind.

 

Was passiert danach?

Wenn der eigentliche Umzug erfolgreich durchgeführt wurde, werden wir Failover-Tests durchführen, um zu prüfen, ob die Umschaltung von Rechenzentrum1 auf Rechenzentrum2 und umgekehrt funktioniert und wie lange es dauert, um nach einem solchen Vorfall wieder beide Rechenzentren auf den gleichen Stand zu bringen.

Des Weiteren werden wir die nicht mehr genutzten alten Systeme in eine neue Verwendung überführen, z.B. für die Testautomatisierung der Entwicklung oder zur Unterstützung der API.

 

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