Es ist mittlerweile sechs Jahre her, dass Windows 10 im Juli 2015 offiziell vorgestellt wurde. Nun steht mit Windows 11 wieder ein Upgrade bevor. Gerüchten zufolge können wir bereits im Herbst oder spätestens Ende des Jahres mit dem Release der neuen Version von Windows rechnen. Vorab möchten wir Dir die Neuerungen dieser nächsten Generation einmal vorstellen.

 

Windows 11 ist kompatibel

Das ist zunächst einmal eine gute Nachricht für Administratoren, die ein Update durchführen werden. Gut laufende Anwendungen auf Windows 10 sollen ebenso zuverlässig auf Windows 11 funktionieren. In den Tiefen des neuen Betriebssystems hat sich nämlich nicht viel geändert und damit brauchen sich Nutzer keine Sorgen um eine fehlende Kompatibilität zu machen. Es ist mit keinen bösen Überraschungen zu rechnen, wenn Du Deine Rechner auf Windows 11 aktualisierst.

Microsoft hat mit Windows 11 allerdings die Anforderungen der Hardware an PC-Systeme gegenüber Windows 10 deutlich erhöht. Prozessoren benötigen mindestens zwei Kerne und eine 64-Bit-Architektur. Intel-Prozessoren sind damit ab der achten Generation einsetzbar. Für einen flüssigen Betrieb empfiehlt Microsoft 8 GB Arbeitsspeicher und 512 GB freie Festplattenkapazität.

 

Windows 11 ist hübscher

Nachdem sich tief unter der Haube nicht viel getan hat, verarbeitet Microsoft in der Windows 11 Version eine Reihe von kosmetischen Anpassungen. Das überarbeitete Startmenü mit seinen Symbolen bekommt ein neues Design.  Anstatt der alten Kastenoptik zeigen die einzelnen Kacheln nun abgerundete Ecken. Während sich das Startmenü bei den vorherigen Windows-Versionen immer am linken Rand befand, ist es nun in der Mitte des Monitors zu finden. Die Verschiebung des Startmenüs in die Mitte erleichtert vor allem Nutzern mit besonders breiten Bildschirmen den schnellen Zugriff auf das Menü. Allerdings besteht die Möglichkeit, das Startmenü in den Einstellungen wieder an den linken Rand zu platzieren.

Desktop-Widgets werden wieder eingeführt, nachdem Sie nach Windows Vista als Feature verbannt wurden. Damit lassen sich Nachrichten oder Wetterinfos am Desktop platzieren. Auch externe Drittanbieter können nun ihre eigenen Widgets erstellen und vertreiben.

Das neue Fenstermanagement ermöglicht, dass Ordner und Programme angepinnt und die Fenster mit einem Klick neu aufgeteilt werden können. Sämtliche Individualisierungen lassen sich allerdings nur mit Angabe eines gültigen Lizenz-Keys und damit mit einer Registrierung realisieren.

 

Geringe Performanceverbesserung

Nachdem die ersten Testversionen von Windows 11 im Umlauf sind, haben viele Nutzer Benchmarks erstellt und diese mit Windows 10 verglichen. Das Ergebnis sind Performanceverbesserungen im einstelligen Prozentbereich. Letztendlich verwundert das Ergebnis nicht, da Windows 11 grundlegend auf dem Vorgänger basiert und somit kein wirklich neues Betriebssystem entwickelt wurde, sondern lediglich ein Upgrade des bestehenden.

 

Neue und sinnvolle Funktionen von Windows 11

Neben den Anpassungen des Designs interessieren uns viel mehr die Neuerungen, die einen wirklichen Mehrwert für die tägliche Arbeit bieten:

 

Einfachere Updates

Updates mit Windows 10 waren bisweilen mit einigen Problemen behaftet, die Microsoft nun beheben möchte. Funktionsupdates sollen nur noch einmal im Jahr und nicht wie aktuell zweimal im Jahr erscheinen. Weiterhin wird der Update-Prozess beschleunigt, indem unter anderem die Größe der Updates um bis zu 40 Prozent kleiner sein soll.

Insider Info: Updates sollen in Zukunft im Hintergrund ohne Zugriff der User laufen. Aufgrund fehlerhafter Updates in der Vergangenheit, wird diese Info bei einigen Nutzern auf Unverständnis treffen.

 

Multi-Window-Support

In die neue Version von Windows hat Microsoft Änderungen im Management von geöffneten Fenstern integriert. Windows 11 bietet hierbei einen direkten Support, der das Arbeiten mit mehreren Fenstern auf mehreren Bildschirmen erleichtert. In dieser Version besteht beispielsweise die Möglichkeit, Fenster auf dem Desktop anzuordnen und dann über die Taskleiste auf diese zuzugreifen. Außerdem soll sich Windows 11 die Position der geöffneten Fenster und Programme merken, sodass sich diese nach dem Standby Modus wieder auf demselben Monitor öffnen.

 

Längere Akkulaufzeit für Notebooks

Für Notebook-User ist dies eine gute Nachricht. Microsoft implementiert mit Windows 11 eine dynamische Bildwiederholfrequenz DDR (Dynamic Refresh Rate). Diese Technologie kennen wir von aktuellen Smartphones. So lässt sich automatisch die Bildwiederholungsrate vermindern, was zu einer längeren Akkulaufzeit führt. Denn die Anzeige auf dem Monitor ist der größte Energieverbraucher eines Notebooks und hat damit das größte Energie-Einsparpotential.

 

Tiefe Integration von Microsoft Teams

Microsoft Teams wird tiefer in das Betriebssystem eingebunden und findet sich in der neuen Taskleiste wieder. Erstmals kann der Chat aus Teams ohne Umwege direkt aus Windows 11 heraus vom Anwender genutzt werden. Teams wird integraler Bestandteil von Windows 11 und wird in Kürze trotzdem einen neuen Client veröffentlichen. Teams 2 wird demnach auf einer komplett neuen Architektur basieren. Das zugrunde liegende Electron-Framework wird abgelöst und durch das Framework Edge Webview 2 ersetzt. Damit soll Teams 2 performanter arbeiten und weniger Arbeitsspeicher benötigen.

 

Android-Apps von Amazon für Windows 11

Mit Windows 11 öffnet sich Microsoft nun auch für konkurrierende Android-Apps von Google. Wir kennen alle die Schwierigkeiten, wenn wir Funktionen und Anwendungen unseres Android Smartphones auch auf dem PC ausführen möchten. Das war oft mit Komplikationen verbunden. Microsoft verschafft hier Abhilfe und lässt Android-Apps auch auf Windows 11 ausführen. Dazu wurde allerdings der Amazon App Store integriert und nicht der Googleeigene Play Store. Es lassen sich also nur die verfügbaren Apps von Amazon installieren. Dabei wird der neue Standard Android-App-Bundle (AAB) unterstützt, der eventuell den jetzigen Standard APK ablösen wird.

 

Fazit

Windows 11 ist im Kern nicht grundlegend anders als Windows 10 und bietet hauptsächlich kosmetische Neuerungen und nur wenige neue sinnvolle Funktionen. Aus unserer Sicht besteht kein dringender Handlungsbedarf, um sofort auf die neue Version umzusteigen. Für Rechner, die nicht den neuen Hardwareanforderungen entsprechen, erübrigt sich die Frage sowieso. Für Notebook-User kann die längere Akkulaufzeit hingegen ein wichtiger Updategrund sein. Wer jetzt allerdings noch nicht updaten möchte, hat noch vier Jahre Zeit. Windows 10 wird noch bis zum 14.10.2025 mit notwendigen und sicherheitsrelevanten Updates versorgt. Spätestens dann muss der Wechsel zu Windows 11 erfolgen.

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